Brighton - oh du schöne Mutter der Verrücktheit

gebloggt von: Nora
Brighton hat fast nur schöne Ecken, viel falsch machen kann man hier nicht. Außer sich in Richtung London Road verirren, aber die Gegend erkennt man schnell an den vielen Fast-Food- und 99p-Läden sowie den traurigen Menschen. Auch den Hafen - das Marina Viertel - kann man sich getrost sparen. Das einzige Highlight dort: ein Flohmarkt auf dem Dach des Parkhauses, jeden Sonntag Morgen bis 13 Uhr.

Was man hingegen nicht verpassen sollte, sind der Strand und die Stadtteile Kemptown, Hove, Hanover sowie die Lanes (South and North). Was man da so machen kann, werde ich euch jetzt erzählen. Zum Vorgeschmack noch ein paar Bilder, in die sich Peterchen das ein oder andere Mal rein geschlichen hat.
Kemptown (parallel zum Strand östlich des Piers)
Ganz bestimmt der verrückteste Stadtteil Brightons. Er fängt mit der St. James Street an, die sehr durchgeknallt ist und sich gefühlt alle 48 Stunden neu erfindet. Auf dieser Straße gibt eines der besten Cafés - das Red Roaster (nicht wegen des Ambiente sondern aufgrund der Qualität des Kaffees) sowie das St. James Pub.

Aber die St. James Street ist nur die dreckige Vorstraße eines viel hübscheren Kemptowns, für das ihr allerdings den ganzen Berg hochsteigen müsst. Oben angekommen, in einer kleinen Kurve findet sich das Sidewinder Pub, das einen tollen Garten hat und die besten Burger der Stadt. Wenn ihr die Straße um die Kurve geradeaus weiter geht, findet ihr noch einige Antiquitätenläden und den Brighton Flea Market, der sich gut zum Männer-Abstellen eignet und meiner Meinung nach interessanter ist, als jedes Museum in Brighton. Geht man die Straße dann noch weiter, findet man viele Cafés, das kleinste Pub Brightons (Queensbury Arms) und ein paar schöne kleine Läden.
So ziemlich am Ende dieser Straße gibt es ein poshes Restaurant, das aber auch das beste Restaurant ist, in dem ich je war. Das 24 St. Georges Restaurant ist für den besonderen Anlass absolut empfehlenswert. Nur vorbestellen muss man da schon.

Das Pier und der Strand (westlich des Piers)
Das Pier ist das Wahrzeichen Brightons, es lockt mit ungesundem Essen, Glücksspiel für Kinder von 1-99 Jahren und einem Jahrmarkt. Ausprobieren sollte man das mit dem Glücksspiel, und auch das Delphin-Rennen am Ende des Jahrmarkts ist den Pfund total wert. Der Strand in Brighton (on the rocks) ist steinig und das Meer ist so rau wie es kalt ist. Dafür hat man viel Platz im Meer.


Wenn die Sonne scheint, ist es eigentlich egal, in welches Pub man geht, denn die haben alles Tische in der Sonne. An Regentagen empfiehlt sich eigentlich nur das Fortune of War. Und ein paar Kunstgalerien gibt es auch noch am Strand, gut geeignet zum Zeit verbummeln. Kulinarisch gesehen geht nicht besonders viel am Strand. Es sei denn, ihr seid scharf darauf, die englische Spezialität “Fish und Chips” zu testen. Ganz ehrlich gesagt, konnte ich bei F&C noch nie wirklich qualitative Unterschiede erkennen, darum auch keine Empfehlungen außer “mushed peas” (zerstampfte Erbsen) mitzubestellen.


Die North Lanes (vom Bahnhof bis zur North Street)
Die North-Lanes haben sicherlich mehr Charme als die South-Lanes, aber es kommt darauf an, was ihr vorhabt. Die North Lanes sind voller kleiner, alternativer Läden, Restaurants, Cafés und Pubs. Gute Pubs gibt es in Bahnhofsnähe (Prince Albert - direkt neben dem Bahnhof) oder das 3JBs. Pubs, in den man auch schön essen kann, sind das St. George Pub (vegetarisch) sowie das Basket Makers. Im Pub The Office kann man thailändisch essen, darf aber nicht zu Stoßzeiten auf einen freien Tisch hoffen.
Toll frühstücken kann man hier im Bills Restaurant und im Soup-erb, in dem man auch gut Suppe essen kann.

South Lanes (Von der North Street bis zum Strand)
Hier finden sich die Ketten, wobei es dort auch ziemlich viele Läden gibt, die man in Deutschland nicht kennt. Gut für Frauen sind dabei: Oasis (nicht dasselbe wie in Deutschland), Miss Selfridge, Warehouse, Debenhams, The Office (für Schuhe) und Fat Face. Viele dieser Läden befinden sich entweder im oder um das Churchill Square Einkaufszentrum herum. Ganz in der Nähe ist auch die Schokoladengeschäftstraße Duke Street. Choccywoccydoodah hat eine eigene Fernsehsendung, schmecken tut da aber nichts. Sehr zu empfehlen ist hingegen das Hotel Chocolat.
Wer ein bisschen mehr Geld im Budget hat, kann sich auf der südlichsten Straße der South Lanes austoben, der East Street, auf der man edle Klamotten findet. In der Mitte der South Lanes gibt es einen Irrgarten aus kleinen Gassen voller Juweliere, Restaurants und kleiner Läden. In den South Lanes gibt es auch Pubs, die ich aber abends nicht besonders toll finde. Dann sind die nämlich hammervoll und das Publikum ist nicht so beeindruckend. Es sei denn, man genießt die Gesellschaft von 50 Junggesellenabschieden, zu denen man nicht eingeladen ist.

West Brighton & Hove
Wenn man vom Pier aus ca. 1,5 km Richtung Westen geht, kommt man nahtlos in Hove an. Dort ist der Strand leerer und die Leute sind besser angezogen. Hove ist ziemlich posh und empfehlen kann man hier mal wieder vor allem die Pubs: The Wick Inn, The Robin Hood und The Windmill. Leider ziemlich am Ende von Hove kann man auch gut indisch essen gehen: Im Hove Tandoori - da muss man aber auch auf jeden Fall vorbestellen. Zum Einkaufen lohnt sich Hove aber nicht. Und wenn man es genau betrachtet sind viele der guten Pubs auch eher auf der Kippe zwischen West-Brighton und Hove. Dazu zählen dann noch: The Temple Bar, The Bee’s Mouth sowie The Lion and Lobster.


Hanover
In Hanover leben wir. Also am Rande von Hanover, denn das zentrale Hanover können sich nur reiche Hippies leisten. Die reichen Hippies ziehen nach Hanover zum Kinderkriegen und weil man hier seine Häuser schön bunt anmalen kann. Als Gast kommt man nach Hanover, wenn man tagsüber in ein relaxtes Pub möchte, nach besonders kinderfreundlichen Pubs sucht oder abends sitzend trinken möchte. Unsere Lieblingspubs sind: The Setting Sun (gutes Essen und toller Sonnenuntergang-Ausblick) und das Dover Castle.